Skulptur Nr 4 Stahl ( S 325) – 600 x 600 x 1450 mm – Gewicht 4,1 to

DE

Zur Wiedereröffnung des Ateliers  nach der Pandemie Covid-19 ,  am 5.Juni stellt der Künstler Johann Schrallhammer einen Zyklus von 5 Skulpturen in einem Zeitraffer vor.

Es sind Arbeiten die während der Corona Krise in einer völlig abgelegenen Industrieschmiede in Bulgarien entstanden sind.

Die Stahlskulpturen Nr 4, 5, 6 ,7 und 8  sind aus unlegierten normalen Eisen (  S 235)   geschmiedet und  mit deutlichen Eingriffe und Querschnittsverformungen , aber  immer im Dialog mit dem  Material,  das sich durch seine eigentümliche Beschaffenheit und Formbarkeit beim Schmieden  artikuliert. Jeder Hammerschlag erzeugt materialspezifische organische Reaktionen, curvy shapes.

Organische Formen wie z.B bei Antoni Gaudi sind im Fluss was im Schmiedeprozess erreicht wird, wenn das Material und der Bearbeiter symbiotisch zusammenarbeiten.

Die adaptive Wahrnehmung dieser natürlichen Formen   bestätigt die These, Bekanntes wieder zu entdecken und instinktiv darauf zu reagieren.

Die sich dann ergebenden Materialdarstellungen sind logische Formgebungsprozess unter Hitze im glühenden Zustand mit Hilfe der urwüchsigen Dynamik eines Hammers. Der Künstler erreicht mit seiner Bearbeitung Antworten aus der Formensprache des Materials „Eisen“ .

Im Gegensatz und der ist nicht unumstritten (Agnes Martin) zu den geschlichteten  Kubuse   „Neun „   von Richard Serra bei denen hauptsächlich die Masse bzw. das Gewicht im Vordergrund ist, weil halt  für Richard Serra „Gewicht ein Wert ist“, gibt  Johann Schrallhammer   dem Eisen durch seine Art des Schmiedens  eine  Leichtigkeit welche mit  dem Material  Eisen schon immer und seit Jahrtausende in Verbindung steht.

Schrallhammer versucht ein Assoziationspotential der geschmiedeten Umformung zu erreichen welche bildlich wie logisch nachvollzogen werden können, aber dennoch ergibt sich eine „organische „Struktur die als Zwischenwelt ihre eigene Wahrhaftigkeit und Identität besitzt.

Keine Abstraktion mit schmerzlicher Materialvergewaltigung, keine aufgeladene Intellektualität, sondern handwerkliche Arbeit mit Eisen wird hier nicht nur  Materialkunst  und knüpft an die Arbeiten von Julio Gonzales  und Chillida an.

Ihm gelingt es aus einer statischen massiven Schwere, fließende Leichtigkeit zu schaffen.

Die geschmiedeten Eisenskulpturen zeigen ein Konstruktion bzw materialmorphologisches Verhalten was im Schmiedeprozess  erreicht wird.

Teilweise versieht Johann Schrallhammer seine Skulpturen mit Schlagzeichen die mit unterschiedlichen Farben  patiniert  und damit akzentuiert  erkennbar werden und auf ein Verhältnis zwischen  Signifikant und Signifikat hinweisen. Mit diesen noch im glühenden Zustand eingeschlagenen Zeichen und der farblichen Verstärkung weist  das Material über sich hinaus  in den Bereich von Feeling   , Denken, Sprache und assoziiert damit zurück,  auf seine Entstehung ,  als   bildhauerischen Werkes von Schrallhammer mit   einer erweiterten  tradierter skulpturaler Ausdrucksform. Es verbindet das Material mit der Spiritualität.

Sämtliche Skulpturen sind unbehandelt und unterliegen dem natürlichen Korrosionsprozess   somit wird diese  Leichtigkeit der Vergänglichkeit ausgesetzt .

Ed Heusler/ Schmid

EN

For the reopening of the studio after the pandemic covid 19, on June 5th, the artist Johann Schrallhammer presents a cycle of 5 sculptures in a time lapse.

These are works that were created in a completely isolated industrial forge in Bulgaria during the Corona crisis. The steel sculptures no. 4,5,6,7 and 8 are forged from unalloyed normal iron (S 235) and with clear interventions and cross-sectional deformations, but always in dialogue with the material, which is articulated by the peculiar nature and formability of the forging.

Each hammer blow creates material-specific organic reactions, curvy shapes. Organic shapes such as those of Antoni Gaudi are in flux, which is achieved in the forging process when the material and the person working together work symbiotically.

The adaptive perception of these natural forms confirms the thesis of rediscovering what is known and reacting instinctively to it. The resulting material representations are logical shaping processes under heat in the glowing state with the help of the original dynamics of a hammer. With his treatment, the artist achieves answers from the formal language of the material “iron”.

In contrast and that is not without controversy (Agnes Martin) to the simple cubes “Nine” by Richard Serra, where mainly the mass or the weight is in the foreground, because for Richard Serra “weight is a value”, says Johann Schrallhammer Iron, due to its type of forging, is a lightness that has always been associated with iron as a material for thousands of years. Schrallhammer tries to achieve an association potential of the forged forming which can be reproduced figuratively and logically, but nevertheless there is an “organic” structure that as an intermediate world has its own truthfulness and identity.

 No abstraction with painful rape of materials, no charged intellectuality, but manual work with iron is not only material art here and ties in with the works of Julio Gonzales and Chillida.


He manages to create flowing lightness from a static, massive weight. The forged iron sculptures show a construction or material-morphological behavior which is achieved in the forging process. In some cases, Johann Schrallhammer provides his sculptures with markings that are patinated with different colors and thus accentuated and indicate a relationship between the signifier and the signified.

With these signs still embossed in the glowing state and the color reinforcement, the material points beyond itself in the area of ​​feeling, thinking, language and associated with it, to its origin, as a sculptural work by Schrallhammer with an expanded traditional sculptural form of expression. It combines the material with spirituality. All sculptures are untreated and are subject to the natural corrosion process, so this lightness is exposed to transience.

Ed Heusler / Schmid